Sachschaden

Auf dieser sehr langen Seite erhalten Sie umfangreiche Informationen zu verschiedenen Schadenspositionen, die dem Sachschaden zugeordnet sind. Sie erhalten hier zunächst eine Aufgliederung und nachfolgend weiter unten dann ausführliche Information zu den einzelnen Schadenspositionen.

 

1. Unmittelbarer Fahrzeugschaden

 

Damit ist der Schaden am Kraftzeug selbst, also das „kaputte Blech“ gemeint. Behandelt werden nahezu alle denkbaren Konstellationen, also Reparaturschaden, wirtschaftlicher Totalschaden, fiktive Abrechnung usw.

 

2. Merkantiler Minderwert

 

Wird ein verunfallter Wagen repariert, haftet ihm gleichwohl der Makel des Unfallwagens an, der bei einem Weiterverkauf zu geringeren Preisen führt. Ausgleich bringt (in vielen Fällen) die Schadensposition des merkantilen Minderwerts.

 

3. Gutachterkosten/Kostenvoranschlag

 

Bei dieser Schadensposition geht es um die Kosten für die Schadensbezifferung durch Gutachten oder Kostenvoranschlag.

 

4. Mietwagen/Nutzungsausfallentschädigung

 

Hier geht es um den Ersatz für Mietwagenkosten oder, sofern Sie auf einen Mietwagen verzichten, um einen Ausgleich dafür, dass Ihnen Ihr Fahrzeug nicht zur Verfügung steht.

 

5. Abschleppkosten/Standgeld/Entsorgungskosten

 

Einige Hinweise über diese Schadenspositionen.

 

6. Ab- und Anmeldekosten/neue Kennzeichen

 

Schadensersatz hierfür insbesondere im Fall des wirtschaftlichen Totalschadens.

 

7. Umbau- und Beschriftungskosten

 

Haben Sie ein Radio, Navigationsgerät, Taxameter oder Ähnliches, das nach dem Unfall in ein neues Fahrzeug umgebaut werden soll? Informationen erhalten Sie hier.

 

8. Finanzierungskosten

 

Mussten Sie wegen verzögerter Abwicklung den eingetretenen Schaden vorfinanzieren? Sie können auch insoweit Schadensersatzansprüche haben.

 

9. Rückstufungsschaden

 

Haben Sie Ihre Vollkaskoversicherung nach dem Unfall in Anspruch genommen? Dann werden Sie dort hochgestuft und müssen höhere Prämien zahlen, haben also einen Schaden erlitten.

 

10. Rechtsanwaltskosten

 

Sind Ihnen Kosten durch die Anspruchsverfolgung entstanden? Hier erhalten Sie weitere Hinweise.

 

11. Sonstiger Schaden/Kostenpauschale

 

Unter dieser „Sammelrubrik“ geht es insbesondere um beschädigte Gegenstände, die im Auto waren. Eine Kostenpauschale zwischen € 20,00 und € 25,00 für Porto, Telefon etc. steht Ihnen immer zu. Nähere Hinweise erhalten Sie hier.

Zu 1. Unmittelbarer Fahrzeugschaden

Ihr Fahrzeug hat Beulen bekommen oder ist völlig zerstört? Je nachdem, was genau geschehen ist, können Sie mehrere verschiedene Möglichkeiten haben.

 

Bevor wir weiter ausführen, möchten wir zunächst zwei Begriffe erläutern, die für die folgenden Ausführungen von Bedeutung sind.

 

Wiederbeschaffungswert: Ist der Wert, den Ihr Fahrzeug vor dem Unfall hatte.

 

Restwert: Ist der Wert des beschädigten Fahrzeugs, also nach dem Unfall.

a) Das Fahrzeug ist reparaturwürdig und soll repariert werden

Reparaturwürdig ist ein Fahrzeug dann, wenn der Wiederbeschaffungswert abzgl. des Restwertes über den Reparaturkosten liegt.

 

 



Beispiel:          Wiederbeschaffungswert € 10.000,00, Restwert € 3.000,00, Reparaturkosten bis € 7.000,00 = reparaturwürdig. Es liegt also kein wirtschaftlicher Totalschaden vor.

 

Diese Fälle sind unproblematisch. Das Fahrzeug wird in einer Fachwerkstatt zur Reparatur gegeben. In aller Regel wird eine Abtretungserklärung unterzeichnet, mit denen der Geschädigte seine Ansprüche aus dem Unfall in Höhe der Reparaturkosten an die Werkstatt abtritt, die diese dann selbst geltend macht.

 

Auch dann macht es aber Sinn, einen Anwalt zu beauftragen. Denn wenn die Versicherung des Unfallgegners Haftungseinwände erhebt und nicht oder nicht voll auf die Abtretung zahlt, so wird sich die Werkstatt an Sie wenden. Daher ist der von Ihnen beauftragte Rechtsanwalt auch befugt, die abgetretenen Ansprüche geltend zu machen und deren Zahlung an die Werkstatt zu überwachen.

 

Sie können für die Reparaturdauer entweder einen Mietwagen nehmen oder Nutzungsausfallentschädigung  beanspruchen.

b) Das Fahrzeug ist reparaturwürdig und soll nicht repariert werden (fiktive Abrechnung)

Reparaturwürdig ist ein Fahrzeug dann, wenn der Wiederbeschaffungswert abzgl. des Restwertes über den Reparaturkosten liegt.

 

 

 

Beispiel:          Wiederbeschaffungswert € 10.000,00, Restwert € 3.000,00, Reparaturkosten bis € 7.000,00 = reparaturwürdig.

 

Das Fahrzeug nicht zu reparieren, jedenfalls nicht einer Fachwerkstatt, kann etwa bei kleineren Schäden günstiger sein oder wenn der Geschädigte das verunfallte Fahrzeug gut verkaufen kann oder sich ohnehin ein neues Fahrzeug kaufen will oder aber wenn man in der Lage ist, das Fahrzeug selbst zu reparieren oder man jemanden kennt, der dies kann. Die Abrechnung erfolgt in diesen Fällen fiktiv nach Gutachten oder Kostenvoranschlag.

 

Seit dem 01.08.2002 zahlt die Versicherung nach der ab dann geltenden gesetzlichen Regelung in diesen Fällen keine Mehrwertsteuer mehr, Sie erhalten Ihren Schaden also nur netto reguliert. Denn seit diesem Tag ist Mehrwertsteuer nur dann als Schaden einzustufen, soweit sie tatsächlich anfällt. Entschließen Sie sich etwa das Fahrzeug selbst reparieren und kaufen Ersatzteile, fällt auf diese Mehrwertsteuer an, sodass Sie diese auch ersetzt verlangen können.

 

Sie können bei Eigenreparatur oder bei Reparatur nicht in einer Fachwerkstatt entweder einen Mietwagen nehmen oder Nutzungsausfallentschädigung beanspruchen. Die Dauer ist aber auf die voraussichtliche Wiederherstellungsdauer in einer Fachwerkstatt begrenzt.

c) Wirtschaftlicher Totalschaden, aber Reparaturkosten geringer als der Wiederbeschaffungswert.

Ein wirtschaftlicher Totalschaden liegt vor, wenn die Reparatur-kosten höher sind als der Wieder-beschaffungswert abzgl. dem Restwert.

 

Beispiel:         Wiederbeschaffungswert € 10.000,00, Restwert € 3.000,00, wirtschaftlicher Totalschaden ab Reparaturkosten von über € 7.000,00.

 

Solange die Reparaturkosten in diesem Beispielsfall € 10.000,00 nicht übersteigen, liegt zwar ein wirtschaftlicher Totalschaden vor, Sie sind aber trotzdem immer befugt, das Fahrzeug in einer Werkstatt reparieren zu lassen.

 

Hierzu gibt es allerdings eine Ausnahme, weil in der Regel in diesen Fällen noch eine vierte Rechengröße mit hinzutritt. Das ist die sog. merkantile Wertminderung, auf die wir unten noch zu sprechen kommen. Kurz gesagt ist dies ein Anspruch, den Sie haben, weil das Fahrzeug hinterher im reparierten Zustand weniger wert ist, weil es den Makel des Unfallfahrzeugs in sich trägt.

 

Da im Reparaturfall die Versicherung auch diese merkantile Wertminderung zu bezahlen hat, gilt folgende Rechnung:

 

Ist der Wiederbeschaffungswert abzgl. des Restwertes kleiner als die Reparaturkosten zzgl. der merkantilen Wertminderung, kann immer repariert werden. Dazu ist es auch nicht erforderlich, dass Sie das Fahrzeug länger nach der Reparatur behalten.

 

Sie können auch in diesem Fall, obwohl im Grunde genommen begrifflich ein wirtschaftlicher Totalschaden vorliegt, fiktiv nach Gutachten abrechnen. Sie erhalten dann die geschätzten Netto-Reparaturkosten ersetzt, Voraussetzung ist aber, dass Sie das Fahrzeug wenigstens 6 Monate weiternutzen (erforderlichenfalls, wenn dies nötig ist, muss ein verkehrssicherer Zustand wieder hergestellt sein).

 

Da begrifflich ein wirtschaftlicher Totalschaden vorliegt (vgl. Definition oben), sind Sie natürlich auch befugt, etwa unter Neuanschaffung eines Fahrzeuges den Wiederbeschaffungswert abzgl. des Restwertes zu verlangen.

d. Reparaturkosten größer als 130 % des Wiederbeschaffungswertes

Ein wirtschaftlicher Totalschaden liegt vor, wenn die Reparaturkosten höher sind, als der Wiederbeschaffungswert abzgl. dem Restwert.

 

Beispiel: Wiederbeschaffungswert € 10.000,00, Restwert € 3.000,00, wirtschaftlicher Totalschaden ab Reparaturkosten von über € 7.000,00

 

Liegen die Reparaturkosten aber über 130% des ungekürzten Wiederbeschaffungswertes, im obigen Beispiel also über € 13.000,00 (= 130% des Wiederbeschaffungswertes in Höhe von € 10.000,00), haben Sie nach bisheriger Rechtsprechung keine Möglichkeit gehabt, das Fahrzeug auf Kosten der Versicherung reparieren zu lassen. Wir kommen ganz zum Ende dieses Punktes auf einen jetzt ganz neuen Ausnahmefall zurück.

 

Die Versicherung rechnet stets auf Basis des wirtschaftlichen Totalschadens ab. Sie erhalten also im obigen Fall € 7.000,00 von der Versicherung, also den Wiederbeschaffungswert abzgl. dem Restwert, den Rest des Schadens (€ 3.000,00 = Restwert) vom Aufkäufer des verunfallten Fahrzeugs. Finden Sie keinen Aufkäufer, der bereit ist, für das Wrack diesen Preis zu zahlen, muss Ihnen die Versicherung einen nennen, kann sie das nicht, darf sie nur den Restwert abziehen, der sich tatsächlich erlösen lässt. Bei der Veräußerung des Wracks dürfen Ihnen keine Kosten aufgebürdet werden.

 

Behalten Sie das verunfallte Fahrzeug, müssen Sie sich den Restwert anrechnen lassen. Hier gibt es manchmal Streit, weil die Versicherung in einigen Fällen einen Restwert nennt, der eigentlich nicht realistisch ist. Hier gibt es die Rechtsprechung zu den sog. Restwertbörsen. Danach muss sich der Geschädigte nur einen Restwert entgegenhalten lassen, der für ihn auf dem lokalen Markt erzielbar ist. Hält Ihnen die Versicherung also einen höheren Restwert entgegen, sollten Sie dies zwingend anwaltlich überprüfen lassen.

 

Ist das verunfallte Fahrzeug recht neu und muss man davon ausgehen, dass das verunfallte Fahrzeug auch mit Mehrwertsteuer weiterverkauft würde, zieht die Versicherung die Mehrwertsteuer ab und reguliert nur den NettoFahrzeugschaden. Erwerben Sie allerdings ein Fahrzeug mit einem vergleichsweisen Wert wie das verunfallte Fahrzeug, muss die Versicherung Ihnen den vollen Betrag zahlen, egal ob dabei Mehrwertsteuer angefallen ist oder nicht.

 

Bei älteren gebrauchten Fahrzeugen wird teilweise die Differenzsteuer in Höhe von 2% abgezogen, auch diese muss aber von der gegnerischen Versicherung erstattet werden, wenn Sie sich ein adäquates Fahrzeug zum Ersatz angeschafft haben.

 

In einem recht neuen Urteil hat der Bundesgerichtshof geurteilt, dass selbst in dem Fall, wenn die Reparaturkosten über 130% liegen, es aber dem Geschädigten gelingt, etwa unter Verwendung von Gebrauchtteilen eine fachgerechte Reparatur durchführen zu lassen, er dann befugt ist, Reparaturkosten bis zum Wiederbeschaffungswert (aber nicht bis zur 130%-Grenze) geltend zu machen, wenn für die Reparatur tatsächlich keine höheren Kosten entstanden sind. Das ist die eine beschriebene Ausnahme, dies ist wie gesagt ganz neue Rechtsprechung.

e) Wirtschaftlicher Totalschaden, Reparaturkosten liegen unterhalb 130% des Wiederbeschaffungswertes, das Fahrzeug soll in einer Fachwerkstatt repariert werden.

 

Ein wirtschaftlicher Totalschaden liegt vor, wenn die Reparaturkosten höher sind als der Wiederbeschaffungswert abzgl. dem Restwert.

 

Beispiel:         Wiederbeschaffungswert € 10.000,00, Restwert € 3.000,00

                        wirtschaftlicher Totalschaden ab Reparaturkosten von über € 7.000,00

 

Liegen die Reparaturkosten unter 130% des ungekürzten Wiederbeschaffungswertes, im obigen Beispielsfall also unter € 13.000,00 (=130% des Wiederbeschaffungswertes in Höhe von € 10.000,00), sind Sie berechtigt, das Fahrzeug in einer Fachwerkstatt reparieren zu lassen.

 

Zwar liegt rechnerisch ein wirtschaftlicher Totalschaden vor, die Gerichte gehen aber davon aus, dass bis zu dieser 130%-Grenze dem Fahrzeugbesitzer, der sich an sein Fahrzeug gewöhnt hat und dessen „Macken“ kennt, nicht zugemutet werden kann, auf ein anderes Ersatzfahrzeug verwiesen zu werden, wenn sich der Besitzer entschließt, dass er das Auto behalten will und es repariert werden soll.

 

In aller Regel wird eine Abtretungserklärung unterzeichnet, mit denen der Geschädigte seine Ansprüche aus dem Unfall in Höhe der Reparaturkosten an die Werkstatt abtritt, die diese dann selbst geltend macht.

 

Auch dann macht es aber Sinn, einen Anwalt zu beauftragen. Denn wenn die Versicherung des Unfallgegners Haftungseinwände erhebt und nicht oder nicht voll auf die Abtretung zahlt, wird sich die Werkstatt an Sie wenden. Daher ist der von Ihnen beauftragte Rechtsanwalt auch befugt, die abgetretenen Ansprüche geltend zu machen und deren Durchsetzung zu überwachen.

 

Sie können für die Reparaturdauer entweder einen Mietwagen nehmen oder Nutzungsausfallentschädigung beanspruchen.

 

Beachten Sie bitte, dass Sie auch in dieser Variante verpflichtet sind, das reparierte Fahrzeug mindestens 6 Monate weiter zu nutzen.

f) Wirtschaftlicher Totalschaden, Reparaturkosten oberhalb Wiederbeschaffungswert abzgl. Restwert aber unterhalb von 130% des Wiederbeschaffungswertes, das Fahrzeug soll nicht repariert werden:

 

Ein wirtschaftlicher Totalschaden liegt vor, wenn die Reparaturkosten höher sind als der Wiederbeschaffungswert abzgl. dem Restwert.

 

Beispiel:         Wiederbeschaffungswert € 10.000,00, Restwert € 3.000,00,

                        wirtschaftlicher Totalschaden ab Reparaturkosten von über € 7.000,00

 

Liegen die Reparaturkosten unterhalb des Wiederbeschaffungswertes ohne Abzug des Restwertes, also hier unter € 13.000,00 kann das Fahrzeug repariert werden.

 

Zwar liegt rechnerisch ein wirtschaftlicher Totalschaden vor, die Gerichte gehen aber davon aus, dass bis zu dieser 130%-Grenze dem Fahrzeugbesitzer der sich an sein Fahrzeug gewöhnt hat und dessen „Macken“ kennt, nicht zugemutet werden kann, auf ein anderes Fahrzeug verwiesen zu werden, wenn sich der Besitzer entschließt, dass er das Fahrzeug behalten will und repariert werden soll.

 

Das geht auch dann, wenn das Fahrzeug nicht einer Fachwerkstatt repariert wird, sondern etwa von Ihnen selbst, man nennt dies fiktive Abrechnung auf 130%-Basis.

 

Sie können also, wenn Sie etwa das Fahrzeug selbst reparieren, weil Sie Bastler sind, nach Gutachten die dort genannten Reparaturkosten fiktiv abrechnen. Allerdings wird Mehrwertsteuer nur erstattet, soweit sie angefallen ist, also etwa nur auf gekaufte Ersatzteile.

 

Sie müssen aber beachten, dass das Fahrzeug auch vollständig nach den Vorgaben des Gutachtens repariert wird, es müssen also alle dort genannten erforderlichen Reparaturschritte durchgeführt werden. Der Nachweis kann in einfachen Fällen, etwa einem kleinen Blechschaden, durch ein Lichtbild des reparierten Fahrzeugs geführt werden, sonst muss das Fahrzeug erneut von einem Sachverständigen angesehen werden, der beurteilen muss, ob die durchgeführte Reparatur den vorgesehenen Arbeiten im Gutachten entspricht.

 

Insbesondere ist also eine fiktive Abrechnung auf 130%-Basis nicht möglich, wenn nur eine Not- oder Billigreparatur durchgeführt wird.

 

Sie können bei Eigenreparatur oder bei Reparatur nicht in einer Fachwerkstatt entweder einen Mietwagen nehmen oder Nutzungsausfallentschädigung beanspruchen. Die Dauer ist aber auf die voraussicht6liche Wiederherstellungsdauer in einer Fachwerkstatt begrenzt.

 

Auch bei dieser Variante müssen Sie beachten, dass Sie das Fahrzeug nach der Reparatur mindestens 6 Monate weiter nutzen müssen.

g) Neuwagenabrechnung; das Fahrzeug verunfallt sehr zeitnah zum Kauf (Neuwagen)

 

Verunfallen Sie mit einem sehr neuen Wagen, haben Sie diesen also gerade erst neu gekauft, kann Anspruch auf Abrechnung auf Neuwagenbasis bestehen.

 

Voraussetzung ist zunächst die absolute Neuwertigkeit des Fahrzeugs. Maßstab sind hier Alter und Laufleistung. In aller Regel wird man von einem Recht auf Abrechnung auf dieser Grundlage nur ausgehen können, wenn das Fahrzeug nicht älter als 1 Monat und nicht mehr als 1.000 km gelaufen ist. Starre Grenzen sind das aber nicht. Wenn etwa ein Fahrzeug sehr viel bewegt wird, kann auch eine höhere Laufleistung noch den Anspruch auslösen, besonders wenn der erlittene Fahrzeugschaden besonders groß ist. Letztendlich kommt es hier immer auf den Einzelfall an.

 

Weil dieser Anspruch für den Geschädigten ein sehr positiver ist, sollten Sie sich im Zweifelsfall rechtlich beraten lassen.

 

Neben der Neuwertigkeit des Fahrzeugs ist Voraussetzung, dass der Schaden eine gewisse Erheblichkeit hat. Teilweise wird die Auffassung vertreten, es reiche schon aus, wenn Teile des Fahrzeugs lackiert werden müssen. Nach anderer Auffassung müssen die Reparaturkosten mindesten 7,5% des Neuwagenpreises betragen, das dürfte wohl auch die herrschende sein. Je höher jedenfalls der Schaden, umso größer die Wahrscheinlichkeit, dass auf Neuwagenbasis abgerechnet werden kann.

 

Zu beachten ist, dass nach inzwischen gefestigter Rechtsprechung dieser Anspruch nicht fiktiv abgerechnet werden kann, sondern dass Voraussetzung ist, dass tatsächlich ein neues Fahrzeug erworben wird.

 

Streitig ist auch, ob sich der Geschädigte für die Nutzung des Fahrzeugs einen Abzug für seine bisherige Nutzung gefallen lassen muss. Nach überwiegender Rechtsprechung ist das nur bei Laufleistungen über 1.000 km der Fall, hier stelle sich aber wie oben dargestellt schon die Frage, ob überhaupt ein entsprechender Anspruch auf Abrechnung auf Neuwagenbasis besteht.

h) Abzug „Neu für Alt“

 

Gelegentlich kommt es vor, dass in Gutachten der Begriff „Neu für Alt“ auftaucht.

 

Hintergrund ist folgender:

 

Wir etwa bei einem Auto ein heruntergefahrener Reifen, der ohnehin demnächst ausgetauscht werden musste, geschädigt, steht der Geschädigte nach Austausch des Reifens besser dar, also vor dem Unfall, was grundsätzlich nicht gewollt ist. Daher wird in diesen Fällen oft ein Abzug Neu für Alt vorgenommen.

 

Das ist besonders bei dem Austausch von älteren Verschleißteilen, wie etwa Reifen und Auspuff der Fall, kann aber auch etwa bei Lackierungen vorkommen.

 

Ihr Anwalt kann und sollte überprüfen, ob solche Abzüge gerechtfertigt sind.

2. Merkantiler Minderwert

Auch wenn ein verunfalltes Fahrzeug repariert wird, bleibt der Makel des "Unfallwagens" an ihm haften. Um diesen auszugleichen, steht unter bestimmten Voraussetzungen dem Geschädigten ein sogenannter merkantiler Minderwert als zusätzliche Schadensposition zu.

 

Nach bisher landläufiger und oft noch – selbst von Fachleuten – vertretenen Meinung ist dieser Anspruch relativ eng begrenzt. Richtig ist, dass dies früher in der Rechtsprechung vertreten wurde. Auf Grund dieser alten Rechtsprechung „geistert“ immer noch die Meinung herum, ein solcher Anspruch bestehe nur, wenn das Fahrzeug nicht älter als fünf Jahre ist beziehungsweise nicht mehr als 100 000 km gefahren. Diese Auffassung ist überholt und damit falsch.

 

Tatsächlich kann ein merkantiler Minderwert auch bei deutlich älteren Fahrzeugen beziehungsweise bei Fahrzeugen mit deutlich höherer Laufleistung entstehen und zugesprochen werden. Entscheidend sind die Umstände des Einzelfalles. Lediglich bei sehr alten Fahrzeugen, die tatsächlich keinen großen Wiederbeschaffungswert insgesamt mehr haben, dürfte ein merkantiler Minderwert ausgeschlossen sein.

 

Weitere Voraussetzung für diese Schadensposition ist, dass der Fahrzeugschaden eine gewisse Erheblichkeit hat. Teilweise wird hier mit Prozentsätzen vom Wiederbeschaffungswert gearbeitet. Faustregel ist hier, dass die Reparaturkosten über 10 % des Wiederbeschaffungswertes liegen sollen. Eine starre Grenze ist aber auch das nicht – auch hier kommt es auf den Einzelfall an.

 

Schließlich darf das Fahrzeug nicht über erhebliche Vorschäden verfügen, weil dann der Makel des Unfallfahrzeugs bereits vor dem Unfall gegeben war.

 

Auch bei höheren Schäden als 10 % des Wiederbeschaffungswertes ist ein merkantiler Minderwert oft ausgeschlossen, wenn nur reine Blechteile ausgetauscht werden.

 

Zumeist wird der beauftragte Sachverständige den merkantilen Minderwert im Gutachten beziffern. Dabei gibt es ein gutes halbes Dutzend Berechnungsmethoden, die hier nicht näher dargestellt werden sollen.

 

Am gebräuchlichsten ist die Methode "Ruhkopf/Sahm". Zuerst wird ermittelt, wie viel Prozent die Reparaturkosten gerechnet vom Wiederbeschaffungswert betragen. Danach wird der Wiederbeschaffungswert zu den Reparaturkosten addiert. In Abhängigkeit vom Fahrzeugalter und dem ermittelten Prozentsatz beträgt dann die merkantile Wertminderung zwischen 3 und 7 % der Summe von Reparaturkosten und Wiederbeschaffungswert.

 

Beispiel:

 

Wiederbeschaffungswert 30.000,00 €, Reparaturkosten 15.000,00 €, 3. Zulassungsjahr


Dann beträgt die Wertminderung 4 % von 45.000,00 €, also 1.800,00 €. 

3. Gutachterkosten/Kostenvoranschlag

Die Kosten für die Ermittlung des Fahrzeugschadens gehören zum erstattungsfähigen Schaden, wobei hier zu beachten ist, dass das Gebot der Schadensminderungs-pflicht besteht.

 

Danach ist es bei kleinsten Schäden von vielleicht 500,00 € unwirtschaftlich, ein Gutachten einzuholen, das beinahe noch einmal dasselbe kostet, wie die Reparatur selbst. Beauftragen Sie dennoch einen Gutachter, kann es sein, dass Sie auf diesen Kosten "sitzen bleiben". Die Grenze wird man etwa bei einem Fahrzeugschaden von 750,00 € ansetzen können. Darüber hinaus sind Sie immer berechtigt, ein Gutachten einzuholen. Das kann auch dann sinnvoll sein, wenn das Fahrzeug auf jeden Fall repariert wird, schon zur Bezifferung des merkantilen Minderwerts .

 

Wenn unklar ist, ob Sie nicht selbst eine Haftungsquote tragen, sollte genau darüber nachgedacht werden, ob Sie selber einen Sachverständigen beauftragen, weil Sie das Risiko eingehen, mit der entsprechenden Quote sich auch an den Kosten hierfür beteiligen zu müssen.

 

Viele Versicherungen bieten an, selbst ein Gutachten einzuholen. Dies geschieht teilweise über neutrale Sachverständige, bei einigen Sachverständigen kommen aber regelmäßig Zweifel über deren Neutralität auf. Es darf nicht verkannt werden, dass hier jedenfalls bisweilen auch der Grundsatz gilt: „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing“. Das bedeutet, dass Sachverständige, die einen Auftrag von der Versicherung bekommen, geneigt sein könnten, das Gutachten so auszustellen, dass dies im Sinne der Versicherung ist, um Folgeaufträge zu erhalten. Entsprechendes gilt sinngemäß auch dann, wenn die Versicherung selbst durch eigene Sachverständige den Schaden begutachtet und beziffert. Das bedeutet nicht, dass in jedem Fall ein zu niedriges Gutachten herauskommt, ein von Ihnen beauftragter, vereidigter und neutraler Sachverständiger bietet aber eine höhere Sicherheit.

 

Deshalb sollten, wenn Gutachten von Versicherungen vorliegen, diese besonders kritisch durchsehen werden. Auch hierbei kann Ihnen ein erfahrener Anwalt helfen.

 

Bei geringen Schäden bis 750,00 € wird in der Regel, falls nicht ohnehin repariert werden soll, ein Kostenvoranschlag zur Bezifferung des Fahrzeugschadens ausreichen. Beachten Sie bitte, dass Ihnen Kosten für einen solchen Kostenvoranschlag nur dann berechnet werden können, wenn Sie zuvor von der Werkstatt ausdrücklich darauf und auf die Höhe hingewiesen wurden. 

4. Mietwagen/Nutzungsausfallentschädigung

 

 

Nach einem Unfall haben Sie, wenn Ihr Fahrzeug unfallbedingt ausfällt, zwei
Möglichkeiten:

 

 

1. einen Mietwagen zu nehmen

2. Nutzungsausfallentschädigung zu beanspruchen

 

zu 1. Mietwagen

 

Fällt Ihr Fahrzeug unfallbedingt aus, können Sie sich, wenn Sie ein Fahrzeug benötigen, einen Mietwagen nehmen, die Kosten sind erstattungsfähig.

 

Auch dies gilt aber nicht schrankenlos. So dürfen Sie nicht den erstbesten Vermieter nehmen, gerade, wenn Ihnen die Mietwagenkosten hoch erscheinen, sondern Sie sollten einen Vergleich zwischen zwei oder drei Anbietern führen und den günstigsten wählen. Sonst laufen Sie Gefahr, dass Sie selbst einen Teil der Kosten tragen müssen. Außerdem sollte das Fahrzeug eine Kategorie kleiner sein, als Ihr verunfalltes.

 

Sie können das Mietfahrzeug nicht zeitlich unbegrenzt nutzen, sondern bei einem wirtschaftlichen Totalschaden (siehe unter Sachschaden) nur für die (im Gutachten genannte) Wiederbeschaffungsdauer. Das ist die Zeit, in der auf dem Gebrauchtwagenmarkt voraussichtlich ein entsprechendes Fahrzeug (nicht genau das gleiche!) beschafft werden kann. Das sind zumeist 14 Kalendertage.

 

Auch hier können aber Ausnahmen gelten, etwa, wenn Sie ohne Regulierung des Schadens sich kein Ersatzfahrzeug beschaffen können und ein solches auch nicht finanzieren können.

 

In diesen Sonderfällen sollte aber auf jeden Fall die gegnerische Versicherung auf den drohenden hohen Schaden der längeren Mietwagennutzung hingewiesen werden, damit diese die Chance hat, darauf mit beschleunigter Regulierung oder einem Vorschuss zu reagieren.

 

Lassen Sie das Fahrzeug reparieren, haben Sie Anspruch auf einen Mietwagen für den Zeitraum des Ausfalls, also die Reparaturdauer. Richtigerweise wird man den Zeitraum bis zur Besichtigung durch einen Sachverständigen dazu rechnen müssen, wenn das Fahrzeug nicht fahrtüchtig oder verkehrssicher ist. Sie dürfen aber mit der Beauftragung des Sachverständigen nicht länger warten, diese muss unverzüglich erfolgen.

 

Wird die Reparatur in einer Fachwerkstatt ausgeführt und dauert diese länger als erwartet, etwa weil Ersatzteile nicht schnell beschaffbar sind, geht dies nicht zu Ihren Lasten.

 

Reparieren Sie das Auto selbst oder durch Freunde und Bekannte oder in einer "Hinterhofwerkstatt", haben Sie auch Anspruch auf einen Mietwagen. Dauert diese Reparatur aber länger als in einer Fachwerkstatt, können Sie den Mietwagen nur solange in Anspruch nehmen, wie die Reparatur in der Fachwerkstatt (oder laut Gutachten) gewöhnlich gedauert hätte.

 

Zu 2: Nutzungsausfallentschädigung

 

Verzichten Sie auf einen Mietwagen, was besonders dann sinnvoll sein kann, wenn unklar ist, ob Sie selbst eine Haftungsquote tragen (weil Sie sonst Gefahr laufen, einen Teil der Mietwagenkosten, die beträchtlich sein können, selbst zu tragen), haben Sie Anspruch auf eine sogenannte Nutzungsausfallentschädigung.

 

Das ist ein Ausgleich dafür, dass Ihnen Ihr Fahrzeug nicht zur Verfügung steht. Hinsichtlich der Dauer der Nutzungsausfallentschädigung verweisen wir auf die unter  Rubrik Mietwagen gegebenen Hinweise, die hier entsprechend gelten.

 

Sie sollten auch dann, wenn Sie einen Mietwagen nicht unbedingt benötigen, darüber nachdenken, auf diesen zu verzichten. Zwar ist es durchaus einmal ganz reizvoll, in einem neuen, gepflegten Fahrzeug zu fahren und so bietet sich ja auch einmal die Möglichkeit, ein anderes Modell zu "testen". Es bleibt aber die Überlegung, ob es Ihnen wert ist, auf die Nutzungsausfallentschädigung zu verzichten, die Sie von der Versicherung ausgezahlt bekommen.

 

Die Höhe der Nutzungsausfallentschädigung richtet sich nach dem ausgefallenen Fahrzeug und beträgt je nach Modell zwischen derzeit ca. 25,00 € und 100,00 € je Kalendertag.

 

Die Fahrzeuge werden in Kategorien eingestuft und die Nutzungsausfallentschädigung bewertet. Dies geschieht mittels der Tabelle "Sanden/Danner/Küppersbusch". Ist das verunfallte Fahrzeug älter als fünf Jahre, wird es oft um eine Kategorie herabgestuft, bei einem Fahrzeugalter von mehr als zehn Jahren wird von Versicherungen oft nur Ersatz in Höhe der Vorhaltekosten geleistet. Dies war jedenfalls früher herrschende Rechtsprechung, inzwischen wird dies oft anders gesehen, sodass derartige Abzüge viele Gerichte als unberechtigt bezeichnen.

 

Nutzungsausfallentschädigung wird weiter nur gezahlt bei nachgewiesenem Ausfall und nachgewiesenem Nutzungswillen.

 

Verunfallt etwa ein Autofahrer, der ohnehin vorhatte, das Fahrzeug abzuschaffen und sich kein neues zu kaufen, fehlt es an letzterem.

 

Der Nutzungswillen wird bei einem wirtschaftlichen Totalschaden durch die Vorlage eines Fahrzeugscheins des als Ersatz angeschafften Fahrzeugs nachgewiesen, sonst durch die durchgeführte Reparatur (das gilt auch, wenn trotz eines wirtschaftlichen Totalschadens repariert wird). Nachweis erfolgt insoweit also durch Vorlage der Reparaturrechnung, aus der sich zumeist auch die Ausfallzeit ablesen lässt oder aber bei Eigenreparatur durch Vorlage von Lichtbildern des reparierten Fahrzeugs. 

5. Abschleppkosten/Standgeld/Entsorgungskosten

 

Musste das Fahrzeug nach dem Unfall abgeschleppt werden, ist der insoweit eingetretene Schaden erstattungsfähig. 

 

Gerade, wenn ein wirtschaftlicher Totalschaden vorliegt und es zu keiner Reparatur kommt, steht das Fahrzeug oft länger bei einem Händler, dem Abschleppunternehmer oder auf einem Schrottplatz. Dann wird zumeist Standgeld in Rechnung gestellt, auch dieser Schaden ist ersatzfähig.

 

Auch hier gilt das aber nicht schrankenlos. Denn wie immer ist das Gebot der Schadensminderungspflicht zu beachten. Sie dürfen also, wenn Standgeld anfällt, das Fahrzeug nicht grenzenlos stehen lassen, sondern müssen sich (nach etwaiger Begutachtung) um möglichst schnellen Verkauf oder Entsorgung bemühen. Sonst könnte die Versicherung Ihnen die vollständige Regulierung des Standgeldes verweigern.

 

Muss das Fahrzeug entsorgt werden und entstehen hierfür Kosten, sind auch diese zu erstatten.

6. An- und Abmeldekosten/neue Kennzeichen

Schaffen Sie sich nach einem Unfall, bei dem Ihr Fahrzeug einen wirtschaftlichen Totalschaden erlitten hat, ein Ersatzfahrzeug an, muss das alte Fahrzeug zunächst abgemeldet und das neue Fahrzeug angemeldet werden. Die Kosten hierfür hat die gegnerische Versicherung im Rahmen Ihrer Einstandspflicht zu übernehmen. Das kann in Form einer Pauschale geschehen, die aber zumeist geringfügig unter den tatsächlichen Kosten liegt. Sie sollten daher die Belege aufbewahren.

 

Auch die für das neue Fahrzeug erforderlichen Kosten für neue Kennzeichen sind erstattungsfähig.

7. Umbau- und Beschriftungskosten

War Ihr verunfalltes Fahrzeug mit einem Radio, Freisprecheinrichtung, Anhängerkupplung oder Navigationssystem ausgerüstet und sollen diese Geräte in das Ersatzfahrzeug umgebaut werden? Diese Kosten hat die gegnerische Versicherung zu übernehmen, wobei dies entweder auf Nachweis oder aber fiktiv, etwa anhand der vom Gutachter bewerteten Umbaukosten geschehen kann.

 

Wichtig sind die Umbaukosten insbesondere auch für Taxis und Fahrschulwagen, weil hier diese Kosten wegen des zumeist vorhandenen Funkgerätes, Freisprecheinrichtung oder Taxameters bedeutend höher ausfallen.

 

War Ihr verunfalltes Fahrzeug mit Werbung beschriftet? Fallen hier für das neue Fahrzeug oder nach Reparatur an dem verunfallten Fahrzeug Kosten für die erneute Werbeanbringung an, sind auch diese zu erstatten.

8. Finanzierungskosten

Mussten Sie wegen verzögerter Abwicklung den eingetretenen Schaden vorfinanzieren? Sie können auch insoweit Schadensersatz-ansprüche haben.

 

In nicht seltenen Fällen verzögert sich die Regulierung des Unfallschadens, etwa weil die Haftung unklar ist, zunächst die polizeiliche Akte eingesehen oder sogar ein Prozess geführt werden muss.

 

Mussten Sie die Reparaturkosten dann selbst vorfinanzieren und sind Ihnen hierdurch Kosten entstanden, können auch diese erstattungsfähig sein. Auch hier raten wir aber dazu, die Versicherung auf diesen Umstand hinzuweisen, bevor ein Kredit aufgenommen wird, um Gelegenheit zu geben, einen Vorschuss zu zahlen.

9. Rückstufungsschaden

Bei verzögerter Regulierung kann es sinnvoll sein, die eigene Vollkaskoversicherung in Anspruch zu nehmen. Besonders gilt dies natürlich dann, wenn die Haftung unklar ist und zu erwarten ist, dass sich die Regulierung hinzieht. Sinnvoll wird eine Inanspruchnahme der eigenen Vollkaskoversicherung auch dann sein, wenn schon von Anfang an klar ist, dass zumindest ein Teil der Haftung auf Sie entfällt.

 

Die Kosten, die durch die Höherstufung oder Rückstufung in Ihrer Kaskoversicherung entstehen, können erstattungsfähig sein, wobei auch hier, ähnlich wie bei den Finanzierungskosten, der gegnerischen Versicherung vor Inanspruchnahme der Kaskoversicherung rechtzeitig mitgeteilt werden sollte, dass beabsichtigt ist, zunächst die eigene Kaskoversicherung den Schaden zahlen zu lassen.

 

Ist von vornherein klar, dass Sie einen Haftungsanteil tragen, könnte die Versicherung damit argumentieren, dass es sich bei den Rückstufungskosten um einen sogenannten Sowieso-Schaden handelt, weil die Kaskoversicherung ohnehin wegen des eigenen Schadensanteils beansprucht worden wäre. Diese Frage ist rechtlich umstritten, es gibt Gerichte, die das bestätigen, andere quotieren auch den Rückstufungsschaden, wieder andere gehen diesen Weg nicht mit und sprechen den Rückstufungsschaden in voller Höhe zu.

10. Rechtsanwaltskosten

Die gegnerische Versicherung zahlt Ihre Anwaltskosten bei einem für Sie unverschuldeten Unfall!

 

Wir haben dies bereits an anderer Stelle ausführlich thematisiert und verweisen hierauf (siehe unter Verkehrsunfallrecht Ziffer 2).

11. Sonstiger Schaden/Kostenpauschale

Befanden sich im Fahrzeug Gegenstände, die durch den Unfall beschädigt oder zerstört wurden, sind auch diese mit dem Zeit-, also Wiederbeschaffungswert zu ersetzen. Oft verlangt die Versicherung, dass diese Gegenstände eingeschickt werden.

 

Gleiches gilt etwa für beschädigte Kleidung nach einem Personenschaden (z.B. Hose musste wegen Verletzung aufgeschnitten werden o.ä.) zerstörte Kleidung oder beschädigter Helm nach Motorradunfall.

 

Stets steht Ihnen (und zwar genauer jeder Person, die Ansprüche geltend macht) eine Kostenpauschale zu, die regelmäßig 25,00 € beträgt. Werden höhere Kosten nachgewiesen, sind diese zu ersetzen. Mit der Kostenpauschale werden Fahrtkosten, Telefon und Porto, die anlässlich des Unfalls aufgelaufen sind, abgegolten.

 

In besonderen Fällen, die die Kosten evident erhöhen, kann auch ohne Nachweis eine höhere Pauschale geltend gemacht werden, etwa bei einem Unfall im Ausland.

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