Sie hatten einen Verkehrsunfall?

Warum ist es sinnvoll einen Rechtsanwalt einzuschalten?

 

1. Sie haben nichts zu verschenken! Versicherungen werden niemals freiwillig mehr zahlen, als sie unbedingt müssen.

 

2. Die gegnerische Versicherung zahlt Ihre Anwaltskosten bei einem für Sie unverschuldeten Unfall! Sie haben also nichts zu verlieren, können aber viel gewinnen.

 

3. Wann ist es sinnvoll oder notwendig, einen Anwalt einzuschalten? Natürlich muss nicht bei jedem kleinsten Blechschaden ein Rechtsanwalt beauftragt werden. Auch das kann aber durchaus manchmal notwendig sein.

 

4. Sie können Ansprüche haben, von denen Sie im Moment nichts wissen! Oder haben Sie schon einmal von einem fiktiven Haushaltsführungsschaden gehört? Kennen Sie die 130%-Regelung bei einem wirtschaftlichen Totalschaden?

 

Bitte beachten Sie unsere ausführlichen weiteren Informationen zu:

Unfall-Haftungsquoten

Typische Unfallsituationen

Sachschaden

Personenschaden

Verkehrssicherheit

 

Zu 1.: Sie haben nichts zu verschenken!

Sie müssen davon ausgehen, dass die Versicherung Ihres Unfallgegners Ihren Schaden nur insoweit reguliert, wie es unbedingt notwendig ist.

 

Viele Versicherungen sind zwar dazu übergegangen, den Geschädigten gleich nach dem Unfall ein Schreiben mit diversen Hinweisen zu Mietwagen, Nutzungsausfallentschädigung und Ähnlichem zu schicken. Diese „Politik“, bei der bemerkenswerterweise der Unfallgeschädigte gar als eigener „Kunde“ der gegnerischen Versicherung bei manchen Gesellschaften bezeichnet wird, hat in der Regel nichts mit besonders gutem Service zu tun, sondern dient vielmehr dazu, den Geschädigten nur vermeintlich über seine Rechte aufzuklären, wobei diese Auflistung aber eben in aller Regel höchst unvollständig ist.

 

Versicherungsgesellschaften werden sich davon versprechen, dass bei Unfällen weniger Rechtsanwälte eingeschaltet werden, die den Versicherungen in doppelter Hinsicht ein „Dorn im Auge“ sind. Denn zum einen wird ein guter Rechtsanwalt versucht sein, das Optimale für den Geschädigten herauszuholen und zum anderen kostet der Anwalt die Versicherung zusätzliches Geld in Form der Anwaltsgebühren (siehe hierzu unten).

 

Beides führt dazu, dass die Versicherungen höhere Entschädigungen zahlen müssen, was zur Folge hat, dass der Gewinn der Versicherung kleiner wird, und/oder die Prämien für die eigenen Versicherten heraufgesetzt werden müssen. An beidem hat die Versicherung Ihres Unfallgegners verständlicherweise kein Interesse.

 

Sicherlich ist es das gute Recht der Versicherungen so zu verfahren, aber soll das dazu führen, dass Sie weniger Schadensersatz erhalten, als Ihnen zusteht?

 

Bei vielen Verkehrsunfällen geht naturgemäß der Geschädigte zuerst in sein Autohaus oder seine Autowerkstatt, um den Schaden dort reparieren zu lassen. Dort wird dann oft verlangt, dass eine Abtretungserklärung unterschrieben wird, mit denen der Geschädigte seine Schadensersatzansprüche in Höhe der Reparaturkosten an die Werkstatt abtritt. Zugleich folgt das Versprechen, man werde sich um die Abwicklung des Unfallschadens selbst kümmern, der Geschädigte und Kunde des Autohauses habe keine Arbeit damit.

 

Hierzu ist zu sagen, dass das Interesse des Autohauses regelmäßig nur dahin gehen wird, den Schaden insoweit reguliert zu bekommen, als das Autohaus die Reparaturkosten direkt von der Versicherung erhält. Das Autohaus hat keinen Nutzen davon, dass Ihnen im Übrigen zustehende Ansprüche von der gegnerischen Versicherung reguliert werden und sich regelmäßig hierum auch nicht kümmern. Dazu fehlen in aller Regel im Übrigen auch die erforderlichen rechtlichen Kenntnisse; darüber hinaus dürfte in aller Regel das Autohaus durch das Rechtsdienstleistungsgesetz gehindert sein, solche Dienstleistungen für den Kunden zu erbringen.

 

Davon einmal abgesehen, kann es Situationen geben, in denen die Reparatur durch die Fachwerkstatt ja gar nicht die günstigste Option ist, die Sie als Geschädigter haben. Gehen Sie also bitte trotz des Versprechens des Autohauses, sich um alles zu kümmern, zu einem Anwalt und beauftragen diesen mit der Durchsetzung Ihrer Schadensersatzansprüche.

 

Zu 2.: Die gegnerische Versicherung zahlt Ihre Anwaltskosten bei einem für Sie unverschuldeten Unfall!

Das Verkehrsunfallrecht ist, allen entgegenstehenden Äußerungen vieler Kollegen zum Trotz, ein kompliziertes und umfangreiches Rechtsgebiet.

 

Damit der Geschädigte seine Rechte optimal geltend machen kann, gehören daher die Kosten eines beauftragten Rechtsanwalts dann zu den von der gegnerischen Versicherung zu erstatteten Kosten, wenn und soweit der Unfall nicht von ihm verschuldet wird.

 

Das bedeutet nicht, dass die Anwaltskosten nicht auch erstattungsfähig sein können, wenn beide Unfallgegner eine Mitschuld trifft. Denn in diesen (häufigen) Fällen (siehe auch Haftungsquoten) muss die Versicherung zumindest insoweit die gegnerischen Anwaltskosten als Schadensposition zahlen, als sie Ersatz für die übrigen Schäden zu leisten hat.

 

Hierzu ein Beispiel: Einmal angenommen, ein Verkehrsunfall hat Schäden bei Ihnen in Höhe von € 10.000,00 verursacht. Es ist von einer Haftungsquote von 50 zu 50 auszugehen (was übrigens entgegen einer landläufigen Meinung nicht bedeutet, dass jeder Unfallgegner seinen Schaden selbst tragen muss (siehe auch hierzu Haftungsquoten)).

 

Macht Ihr Anwalt dann Ansprüche für Sie in Höhe von € 5.000,00 geltend und setzt diese durch, also das, was Ihnen nach der Haftungsquote zusteht, trägt die Versicherung auch die Kosten Ihres Anwalts insoweit in voller Höhe. Werden hingegen € 10.000,00 geltend gemacht und können diese nicht voll, sondern nur zur Hälfte durchgesetzt werden, müssen Sie die Anwaltskosten selbst tragen, die durch die höhere Forderung an die gegnerische Versicherung entstehen, es sei denn, eine von Ihnen abgeschlossene Rechtsschutzversicherung steht für diese Kosten ein.

 

Richtig ist es daher, mit dem Anwalt den Umfang des Mandats durchzusprechen. Ihr Anwalt sollte in einem ersten Gespräch die Haftungsquote in etwa einschätzen können und Ihnen mitteilen. Selbstverständlich kann diese Einschätzung in aller Regel keine „absolute Wahrheit“ sein, sondern nur eine Richtlinie. Vielfach wird sich auch nur eine „Bandbreite“, also eine Haftungsquote „von … bis …“ einschätzen lassen. Das Mandat sollte zumindest zunächst nur soweit erteilt werden, wie sich der Schaden sicher durchsetzen lässt. Will der Anwalt von sich aus „höher rangehen“, sollten Sie sich zusichern lassen, dass eine Abrechnung der Gebühren des Anwalts nur insoweit erfolgt, wie voraussichtlich die Versicherung des Unfallgegners regulieren wird, damit Sie nicht selbst Anwaltskosten tragen müssen.

 

Eine Einschränkung zum Grundsatz, dass die gegnerische Versicherung die Anwaltskosten übernimmt, ist also zu machen: Das gilt nämlich nur dann und soweit, wie die Versicherung auch wirklich Ihre Schäden reguliert.

 

Zahlt diese also nicht, etwa weil man dort die Haftung anders einschätzt, als Ihr Anwalt oder weil der Unfallhergang sich außergerichtlich nicht klären lässt, bleibt Ihnen nur, entweder einen Prozess zu führen oder aber die Sache auf sich beruhen zu lassen, wenn Sie für den Prozess das Kostenrisiko scheuen, dann werden Sie aber auch Ihren Anwalt selbst bezahlen müssen.

 

Zu 3.: Wann ist es sinnvoll oder notwendig einen Anwalt einzuschalten?

Grundsätzlich halten wir es immer dann für notwendig, anwaltliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn auf Ihrer Seite ein Personenschaden eingetreten ist.

 

Sinnvoll ist ein Anwalt auch immer, wenn der Schaden auf Ihrer Seite hoch ist, wobei das natürlich immer relativ ist, für den einen ist das schon bei € 2.000,00 der Fall, für den anderen erst, wenn der Schaden fünfstellig wird.

 

Sind Sie sicher, dass der Unfall für Sie unverschuldet ist, würden wir – vielleicht einmal abgesehen von kleinen Kratzern – immer einen Anwalt einschalten, weil der Ihnen die Arbeit abnimmt und dafür Sorge trägt, dass Sie optimal entschädigt werden. Gleiches gilt bei zweifelhafter Haftung und dann, wenn Sie eine Verkehrsrechtsschutzversicherung haben, gerade auch und wenn ein Bußgeld oder eine Verkehrsstraftat im Raum steht (siehe auch Straf- und Bußgeldrecht).

 

Ein Anwalt sorgt auch dafür, dass Sie sich bei der Abwicklung keine „Fallen“ stellen. Wir erleben es oft, dass durch unglückliche Formulierungen bei der Unfallschilderung gegenüber der Polizei oder der Versicherung erst die Grundlage dafür gelegt wird, dass die gegnerische Versicherung auf die Idee kommt, einen Haftungsanteil anzunehmen, der an sich gar nicht gegeben ist. Sind solche „Fehler“ erst einmal in der Welt, lassen sich diese oft auch nicht mehr oder nur sehr schwer „ausbügeln“. Gehen Sie aus diesem Grund bitte nicht erst dann zum Anwalt, wenn „das Kind in den Brunnen gefallen ist“, sondern möglichst frühzeitig.

 

Gerade im Verkehrsunfallrecht kann dabei in aller Regel auch ein Rechtsanwalt genommen werden, der seine Kanzlei nicht an Ihrem Wohnsitz hat. Denn in den heutigen Zeiten der vielfältigen Kommunikationsmittel können praktisch alle Fragen per Telefon, Fax, Post oder E-Mail geklärt werden. Lassen Sie sich dann aber zusichern, dass keine Mehrkosten für den Fall eines notwendigen Prozesses anfallen.

 

Wir stehen Ihnen bundesweit gern für die Abwicklung von Verkehrsunfällen zur Verfügung (Kontakt).

Zu 4.: Sie können Ansprüche haben, von denen Sie im Moment nichts wissen!

Ihre Ansprüche teilen sich auf in Sachschäden und, wenn Sie oder ein Mitfahrer verletzt wurden, in Personenschäden.

 

Dabei gibt es eine ganze Reihe von Ansprüchen, von denen Sie vielleicht noch nie etwas gehört haben. Unter Umständen ist es möglich, bei einzelnen Schadenspositionen einen höheren Schadensersatz durchzusetzen, als Sie womöglich meinen, zu haben. Beispiele hierfür sind im Bereich des Sachschadens bei einem wirtschaftlichen Totalschaden (siehe unter Sachschaden) die Möglichkeit, bis zu 130% der Reparaturkosten tatsächlich oder fiktiv abzurechnen und im Bereich des Personenschadens der sog. fiktive Haushaltsführungsschadens.

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