Betriebs- und Heizkosten

Nichts bietet so viel Streitpotential zwischen Mieter und Vermieter wie die Betriebskosten- beziehungsweise Heizkostenabrechnung. Das hängt natürlich auch damit zusammen, dass es sich um ein alljährlich wiederkehrendes Problem handelt und insbesondere auch daran, dass die Betriebskosten, bedingt durch immer höher werdende Energiekosten auch ständig steigen.

 

Untersuchungen haben ergeben, dass fast jede zweite Betriebskostenabrechnung in Deutschland Fehler enthält.

 

Die Fehler können dabei ganz unterschiedlicher Natur sein, auch hier verbieten sich Verallgemeinerungen.

 

Es können Positionen umgelegt worden sein, die nach dem Mietvertrag gar nicht umlegbar sind. Es kann der falsche Abrechnungsmaßstab gewählt worden sein. Es können schlicht falsche Zahlen in der Abrechnung stecken, etwa, wenn nach Personen oder nach Quadratmetern umgerechnet werden soll. Gar nicht so selten kommt es sogar vor, dass die vom Mieter geleisteten Vorauszahlungen nicht richtig berücksichtigt werden. 

Insbesondere ist sowohl der Mieter als auch der Vermieter darauf hinzuweisen, dass der Vermieter seine Betriebskostenab-rechnung innerhalb eines Jahres nach Abschluss des Abrechnungszeitraumes vorlegen muss, wenn er einen Nachzahlungsanspruch geltend machen will.

 

Unabhängig von dieser Einjahresfrist hat der Mieter im Übrigen auch später noch einen Anspruch darauf, dass Betriebskosten abgerechnet werden. Wenn sich dann daraus ein Guthaben ergibt, hat er auch einen Anspruch, dass das Guthaben ausgezahlt wird.

 

Wiederum muss aber auch der Mieter Einwände, die er gegen eine erstellte Betriebskostenabrechnung hat, binnen eines Jahres vorbringen, sonst ist er mit diesen Einwänden ausgeschlossen.

 

Die Probleme sind schlicht zu vielfältig, um darauf hinzuweisen, wenn Sie Zweifel an der Wirkung oder Richtigkeit der Betriebskostenabrechnung haben, lassen Sie diese anwaltlich überprüfen.

 

Rechnet der Vermieter über die Betriebskosten überhaupt nicht ab, kann der Mieter im laufenden Mietverhältnis die weiteren Vorauszahlungen auf die Betriebskosten einstellen. Er muss dann also zunächst nur die Kaltmiete zahlen.

 

Nach abgeschlossenem Mietverhältnis kann der Mieter, wenn keine Betriebskostenabrechnungen erfolgt sind, sogar die geleisteten Vorauszahlungen zurückverlangen, jedenfalls solange dieser Anspruch nicht verjährt ist (Verjährung drei Jahre zum Jahresende).

 

Gegenüber diesem Anspruch kann der Vermieter dann aber doch noch die Betriebskostenabrechnungen erstellen und aufrechnen. Regelmäßig ist ein solches Verfahren dann also Druckmittel gegenüber dem Vermieter, die Betriebskostenabrechnung doch noch durchzuführen. In einigen Fällen ist der Vermieter dazu aber gar nicht in der Lage, sodass der Vermieter dann wohl oder übel die geleisteten Betriebskostenvorauszahlungen soweit nicht verjährt, an den Mieter zurückzahlen muss. 

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