Vermächtnis

Neben der reinen Erbeinsetzung gibt es auch die Möglichkeit, dass der Erblasser in seinem Testament ein Vermächtnis ausspricht. Bei dem Vermächtnis wird der Vermächtnisnehmer (also derjenige der das Vermächtnis erhalten soll) gerade nicht Erbe, sondern erhält nur das ihm vermachte, in aller Regel also einen konkreten Gegenstand aus dem Nachlass (etwa ein Haus, ein Auto, ein bestimmtes Schmuckstück, das Kontoguthaben auf einem Sparbuch, ein Wertpapierdepot, ein Gemälde oder was auch immer). Der Vermächtnisnehmer hat gegen den Erben einen Anspruch auf Herausgabe des Vermächtnisses.

 

Ist ein Pflichtteilsberechtigter zugleich Vermächtnisnehmer, muss er sich den Wert des Vermächtnisses auf den Pflichtteilsanspruch anrechnen lassen. Es gibt etwa auch die Möglichkeit, ein Wohnrecht zu vermachen, die Gestaltungsmöglichkeiten des Vermächtnisses sind insgesamt vielfältig und werden relativ selten genützt.

 

Zu unterscheiden ist das Vermächtnis von der sogenannten Teilungsanordnung. Oftmals wird in einem Testament auch geregelt, dass verschiedene Erben bestimmte Nachlassgegenstände erhalten sollen. Das muss dann nicht unbedingt ein zusätzliches Vermächtnis an den Erben sein oder ein sogenanntes Vorausvermächtnis, sondern kann etwa auch besagen, dass das Erbe nach den Erbquoten und in Bezug auf die Erbgegenstände so aufgeteilt werden soll, wie es der Erblasser konkret im Testament bestimmt hat, das ist dann eben die sogenannte Teilungsanordnung.

 

Der Anspruch auf ein Vermächtnis muss geltend gemacht werden und verjährt in drei Jahren zum Jahresende ab Kenntnis vom Anspruch.

 

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