Einstellungsgespräch

Für den einzelnen kommt bei beabsichtigten Vertragsabschluss mit einem neuen Arbeitgeber manchmal die Frage auf, ob alle Fragen, die der Arbeitgeber vor der Einstellung an den Arbeitnehmer richtet, zulässig sind.

 

Es gibt eine ganze Reihe zulässiger Fragen, jedoch eine mindestens ebenso große Zahl von unzulässigen Fragen. Gibt man aber die Antwort, hat man bereits die „Katze aus dem Sack gelassen“ mit der Folge, dass man unter Umständen dem Arbeitgeber eine Vorlage dafür liefert, eine Einstellung nicht vorzunehmen.

 

Andererseits erfordert es ein gewisses Fingerspitzengefühl, den Arbeitgeber nicht misstrauisch zu machen, indem man alle gestellten Fragen einfach nur ablehnt. Wird eine zulässige Frage vorsätzlich falsch beantwortet, kann der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis anfechten, umgekehrt darf der Arbeitnehmer unzulässige Fragen wahrheitswidrig beantworten (sogenanntes „Recht zur Lüge“). Als unzulässige Frage kommt zum Beispiel die Frage nach einer etwaigen Parteizugehörigkeit in Betracht.

 

Auch die Frage nach einer bestehenden Schwangerschaft ist inzwischen höchstrichterlich als unzulässig geklärt, sie stellt einen Verstoß gegen das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) dar. Zulässig ist zum Beispiel die Frage nach dem beruflichen Werdegang. Auch die Frage nach Vorstrafen beispielsweise ist zulässig, wenn sie sogenannte „einschlägige“ Vorstrafen meint, die für die in Aussicht gestellte Anstellung von Bedeutung sind.

 

Auch die Schwerbehinderteneigenschaft ist beispielsweise nur eingeschränkt zulässig.

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