Prozess

Es gibt Situationen, in denen sich ein Prozess mit der Gegenseite nicht vermeiden lässt, nachfolgend dargestellt am Beispiel eines Verkehrsunfalles.

 

Hierbei wird bei Unfällen zwischen Kraftfahrzeugen in erster Linie die gegnerische Versicherung verklagt.

 

Denn es besteht, sofern Ihr Unfallgegner mit einem versicherungspflichtigen Kraftfahrzeug gefahren ist, ein Direktanspruch gegen dessen Versicherung, sodass diese selbst verklagt wird. Anders ist die Situation bei einem Radfahrer oder Fußgänger als Unfallgegner: Selbst wenn dieser eine Privathaftpflichtversicherung hat, besteht gegen diese kein direkter Anspruch, zu verklagen ist der Unfallgegner selbst und nicht seine Versicherung.

 

Auch bei einem Unfall mit einem Kraftfahrzeug werden aber, in erster Linie aus formalen Gründen (nämlich um den Fahrer und ggf. den Halter als Zeugen auszuschalten), auch zumeist diese mit verklagt. Das gewinnt übrigens auch Bedeutung für den Fall, dass Ihr Unfallgegner mit der Regulierung Ihrer Versicherung nicht einverstanden ist: Denn dann müssen Sie damit rechnen, selbst verklagt zu werden. Schalten Sie dann bitte nicht gleich einen eigenen Anwalt ein, denn Ihre Kfz-Haftpflichtversicherung hat das sog. Prozessführungsrecht. Sie laufen sonst Gefahr, auf den Kosten für den Anwalt „sitzen zu bleiben“.

 

Ein Prozess kann erforderlich werden, wenn die Haftungsquote streitig ist oder/und, wenn es Differenzen bezüglich der Haftungshöhe (Sachschaden/Personenschaden) gibt.

 

Die Kosten des Prozesses richten sich nach dem sog. Streitwert, also vereinfacht gesagt, nach dem Betrag der eingeklagt wird. Je nach Verlauf des Prozesses stehen die Kosten der Höhe nach aber nicht von vornherein fest, insbesondere, wenn eine Beweisaufnahme erforderlich ist. Muss etwa ein Sachverständigengutachten vom Gericht eingeholt werden, verursacht dies häufig sehr hohe Kosten.

 

Nach Ende des Prozesses werden die Kosten desselben fast immer nach Gewinnen und Unterliegen aufgeteilt. Wenn Sie also € 10.000,00 einklagen und voll gewinnen, muss die Gegenseite den Prozess auch zu 100% bezahlen, also sowohl alle Kosten der beteiligten Anwälte, als auch sämtliche Gerichtskosten. Können hingegen nur € 7.000,00 durchgesetzt werden, trägt die Gegenseite 70% der Kosten, Sie (oder Ihre Rechtsschutz-versicherung) 30%, wobei auch hier gilt, dass diese Schadensquoten auf sämtliche im Prozess anfallenden Kosten anzuwenden sind.

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